Die taiwanesische Sopranistin Li Keng gibt im Herbst 2025 ihr Rollendebüt als Elsa in Wagners Lohengrin in ihrer Heimat Taiwan unter der Leitung von Wen-Pin Chien. Zuvor war sie dort bereits als Manon in Puccinis Manon Lescaut, als Agathe in Webers Der Freischütz sowie als Elisabetta in Verdis Don Carlo zu erleben. Im Sommer 2023 debütierte sie mit großem Erfolg in der Titelpartie in Verdis Aida beim Festival Oper Burg Gars.
In der Spielzeit 2021/22 überzeugte sie als Amelia in Verdis Un ballo in maschera an der Königlichen Dänischen Oper in Kopenhagen unter Paolo Carignani sowie mit dem Verdi-Requiem beim Sønderjyllands Symfoniorkester unter Johannes Wildner. Ebenfalls 2021 debütierte sie als Violetta Valéry in La Traviata und interpretierte Mendelssohns Elias in Kaohsiung, Taiwan. Ihr Deutschlanddebüt feierte sie als Mimì in Puccinis La Bohème an der Oper Wuppertal unter der musikalischen Leitung von Julia Jones.
Engagements für ihr geplantes Rollendebüt als Elvira in Verdis Ernani an der Litauischen Staatsoper in Vilnius, Konzerte mit dem Verdi-Requiem in Indonesien, mit Brahms’ Ein deutsches Requiem in Taipeh sowie als Cio-Cio-San in Madama Butterfly an der Königlichen Dänischen Oper mussten pandemiebedingt entfallen.
In den Jahren zuvor war Li Keng unter anderem als Donna Elvira in Mozarts Don Giovanni am Zibo Grand Theatre in China zu erleben, als Amelia in Un ballo in maschera in Orvieto (Italien), als Aida in Garlasco (Norditalien), als Cio-Cio-San an der Nationaloper Bukarest sowie an den Theatern von Besostria und Pavia. Weitere Partien ihres Repertoires sind Mozarts Gräfin Almaviva (Le nozze di Figaro), gesungen in Formello bei Rom, sowie während ihres Studiums in Rom Verdis Leonora (Il trovatore) am Teatro Greco und Beethovens Leonore (Fidelio) am Konservatorium Santa Cecilia.
Li Keng ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Gesangswettbewerbe: 2018 gewann sie den 1. Preis beim Internationalen Dvořák-Wettbewerb in Karlsbad und beim Ningbo International Singing Competition in China. 2016 erhielt sie den 3. Preis beim renommierten 54. Concorso Internazionale “Voci Verdiane” in Busseto. Weitere erste Preise gewann sie 2015 beim Internationalen Opernwettbewerb Valsesia Musica, beim Jakub-Pustina-Wettbewerb in Tschechien sowie beim Concorso Benvenuto Franci in Italien. Bereits 2013 erhielt sie ein Engagement über den Marcello-Giordani-Wettbewerb in Sizilien. Außerdem wurde sie zweimal mit dem Taiwan Chi-Mei Kunstpreis ausgezeichnet und errang 2008 den 2. Preis beim Mondial Chinese Vocalist Concours in Taipeh.
Auch als Konzertsängerin ist Li Keng international gefragt: Sie sang Beethovens Neunte Symphonie im Teatro Bellini unter Xu Zhong sowie auf Tournee mit der Orchestra Sinfonica Abruzzese. In der National Concert Hall Taipeh interpretierte sie das Verdi-Requiem und präsentierte dort 2017 auch einen eigenen Liederabend.
Geboren in Kaohsiung, Taiwan, absolvierte Li Keng zunächst ihr Gesangsstudium in ihrem Heimatland und erhielt das renommierte Chi-Mei Arts Stipendium. Anschließend setzte sie ihre Ausbildung am Konservatorium Santa Cecilia in Rom fort, wo sie heute lebt.
08/2025