Wir leben in einer turbulenten Zeit. Jeden Morgen stehen wir vor neuen Katastrophenmeldungen. Kriege, politisch motivierte Morde, Hass und gesellschaftliche Spaltung, wohin wir auch blicken. In Österreich wurde nach dem erschütternden Amoklauf in einer Grazer Schule mit elf Toten und ebenso vielen Verletzten eine dreitägige Staatstrauer verhängt, und Veranstalter sahen sich vor eine schwierige Frage gestellt: Wie gehe ich mit geplanten Konzerten und Vorstellungen um? Sage ich ab oder lasse ich den Vorhang hochgehen?
Viele entschieden sich für das Festhalten an geplanten Veranstaltungen und stellten ein kurzes Gedenken, eine Trauerminute, voran. Meist waren die Reaktionen darauf positiv, und es zeigte sich wieder: Wenn Sprache versagt, beginnt Musik zu sprechen. Sie kann trösten, halten, erinnern. In Momenten des Verlusts berührt sie uns tiefer als jede wohlgemeinte Rede.
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