Wie steht es um unsere demokratische Gesinnung?

In Wien fand im Mai der Eurovision Song Contest statt, der aus der „Klassik-Bubble“ meist eher abschätzig kommentiert wird. In den sozialen Medien ging das soweit, dass Politiker, die den Event besuchten, aus eben dieser „Bubble“ dafür durchaus heftig kritisiert wurden.

Aber wer legt fest, welche Art des künstlerischen Ausdrucks ihre Daseinsberechtigung hat? Welchen Dialog darüber lassen wir zu? – Was mich auch gleich zur Frage des Boykotts von Künstlern oder Staaten in der Kunst (oder auch im Sport) führt: wer legt hier fest, wer im Recht, wer im Unrecht ist? Und vor allem, wie gehen wir mit jenen Künstlern (oder Sportlern) um, die aus Ländern kommen, deren Ideologie wir nicht teilen? Wissen wir immer, wie die Umstände sind, unter denen sie (und ihre Familien) leben, vor allem wenn sie sich öffentlich und vielleicht sogar ihren Ländern gegenüber kritisch äußern?

Wo bleibt unsere Bereitschaft, andere Positionen, andere Meinungen, anderes ästhetisches Empfinden, andere Interessen kennenzulernen, zu verstehen zu versuchen und dann in einen Dialog darüber einzutreten?